Körperbasierte Praktiken

Somatische Übungen bei Stress: was sie sind und Beispiele

Somatische Übungen sind einfache, körperbasierte Praktiken — Atmung, sanfte Bewegung, Dehnen und Muskeln lösen —, die Menschen nutzen, um mit Alltagsstress zu arbeiten, indem sie auf körperliche Empfindung achten. Es sind Gewohnheiten für das allgemeine Wohlbefinden, keine Behandlung. Die meisten dauern nur ein paar Minuten und brauchen keine Ausrüstung.

Was „somatisch“ bedeutet

„Somatisch“ heißt einfach „den Körper betreffend“. Eine somatische Übung ist jede Praxis, die mit körperlicher Empfindung und Bewegung arbeitet statt nur mit Gedanken.

Das deckt viel ab: langsames Atmen, sanftes Dehnen, die Glieder ausschütteln, Muskeln anspannen und lösen oder einfach den Körper nach Anspannung absuchen. Gemeinsam ist ihnen der Fokus darauf, was der Körper gerade tut. Auf die innere Empfindung so zu achten heißt Interozeption, und sie ist eng damit verbunden, wie wir Emotionen erleben (Critchley und Garfinkel).

Ein paar einfache somatische Übungen zum Ausprobieren

Keine ist eine Lösung, aber es sind risikoarme Dinge, auf die sich Menschen stützen, um einen Moment innezuhalten.

1. Langsames Atmen. Atme ein bis zwei Minuten lang etwas länger aus als ein. Langsames, getaktetes Atmen hat einen kleinen, aber realen Effekt darauf, wie ruhig sich Menschen fühlen (Fincham und Kollegen; Zaccaro und Kollegen).

2. Anspannen und loslassen. Drücke eine Muskelgruppe, die Hände oder Schultern, ein paar Sekunden und lass dann los. Stress hebt still die Muskelspannung (Lundberg und Kollegen), und das gibt ihr einen Weg, sich zu entladen.

3. Sanfte Bewegung. Kreise die Schultern, dehne den Nacken oder schüttle Hände und Arme aus. Bewegung verändert, wie Anspannung im Körper sitzt.

4. Über die Sinne erden. Benenne, was du spüren kannst: die Füße am Boden, den Stuhl, die Temperatur der Luft. Das bringt die Aufmerksamkeit über den Körper in die Gegenwart.

Wirken somatische Übungen wirklich?

Es kommt darauf an, was du mit „wirken“ meinst. Um im Moment zur Ruhe zu kommen und Körperwahrnehmung aufzubauen, ist die ehrliche Antwort: bescheiden, und es variiert je nach Person.

Langsames Atmen hat einen kleinen gemessenen Effekt auf Stress (Fincham und Kollegen), und körperbezogene Aufmerksamkeit bringt dich in Kontakt mit der Interozeption, dem Sinn für den inneren Zustand des Körpers, der eng mit Emotion verbunden ist (Critchley und Garfinkel). Was diese Praktiken nicht sind, ist eine Behandlung für irgendeine körperliche oder psychische Erkrankung, und Behauptungen, ein paar Übungen „setzen das Nervensystem zurück“ oder „lösen Traumata“, gehen weit über die Evidenz hinaus. Sieh sie als sanfte Gewohnheiten für das allgemeine Wohlbefinden.

Wie du anfängst

Wähle eine und halte sie klein.

Eine einzige Minute langsameres Atmen oder eine Runde Anspannen-und-Loslassen reicht zum Anfangen. Mach es, wenn du merkst, dass du angespannt bist, nicht als weiteren Punkt auf der To-do-Liste. Wenn eine Empfindung schmerzhaft statt nur angespannt ist, oder wenn Stress sich anhaltend und schwer anfühlt, ist das einen Arztbesuch wert. Wenn du zuerst sehen möchtest, wo dein Stress sitzt: Das 2-minütige Felti-Quiz verbindet, wo du Stress festhältst, mit seinem wahrscheinlichen emotionalen Auslöser.

QuellenFincham et al. · Sci. Rep., 2023Zaccaro et al. · Front. Hum. Neurosci., 2018Lundberg et al. · 1999Critchley & Garfinkel · review, 2017
Fragen

Was sind somatische Übungen?

Somatische Übungen sind körperbasierte Praktiken — wie langsames Atmen, sanfte Bewegung, Dehnen und Muskeln anspannen und lösen —, die mit körperlicher Empfindung arbeiten statt nur mit Gedanken. Menschen nutzen sie als einfache Wege für das allgemeine Wohlbefinden, um innezuhalten und Anspannung zu bemerken.

Helfen somatische Übungen bei Stress?

Sie können dir helfen, im Moment innezuhalten und Anspannung zu bemerken, mit bescheidenen, personenabhängigen Effekten. Langsames Atmen hat einen kleinen gemessenen Effekt auf Stress. Es sind Gewohnheiten für das allgemeine Wohlbefinden, keine Behandlung für eine Erkrankung.

Was ist eine einfache somatische Übung zum Ausprobieren?

Langsames Atmen ist am einfachsten: atme ein bis zwei Minuten lang etwas länger aus als ein. Oder spanne Hände oder Schultern ein paar Sekunden an und lass dann los, und bemerke den Unterschied.

Sind somatische Übungen dasselbe wie somatische Therapie?

Nein. Somatische Übungen sind einfache, selbstgeführte Praktiken, die jeder ausprobieren kann. Somatische Therapie ist ein klinischer Ansatz, den eine ausgebildete Fachperson anbietet. Hier stehen die alltäglichen, selbstgeführten Praktiken im Fokus, nicht die klinische Therapie.

Sind somatische Übungen sicher?

Für die meisten sind die sanften — Atmen, leichtes Dehnen, Anspannen und Loslassen — risikoarm. Bewege dich im angenehmen Bereich, lass alles Schmerzhafte aus und kläre es vorher mit einer Fachperson ab, wenn du eine Verletzung oder eine Erkrankung hast.

Weiter erkunden

Wo du Stress festhältst

Erkunde die Körperkarte des Stresses

← Alle Artikel

Finde heraus, wo du Stress festhältst

Finde heraus, wo du Stress festhältst